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![]() ![]() | "Kalkberge" Fritz Reinboth Am
Südharz, aber auch an anderen Stellen Norddeutschlands gibt es
häufig
den Flurnamen „Kalkberg“. Paradoxerweise bestehen
diese Kalkberge
ausnahmslos aus Gips: die Alten machten nämlich in der
Bezeichnungsweise zwischen Gips und Kalk im heutigen Sinne keine
Unterschied. Beides ließ sich eben als Mörtel
verwenden. Wie ein Blick
auf alte Meßtischblätter des Südharzes
zeigt, ist auch mit der
Abkürzung "K.O." für „Kalkofen“
fast immer ein Gipsofen gemeint. So kommt es, dass die beiden bedeutendsten Gipsberge des norddeutschen Tieflandes in Bad Segeberg und Lüneburg, aber auch der kleine Gipsberg bei Westeregeln „Kalkberg“ heißen. Sie dienten seit dem Mittelalter der Gipsgewinnung, so dass in norddeutschen Städten fast ausnahmslos mit Gipsmörtel gebaut wurde. Mit zunehmendem Baustoffbedarf griff der Abbau immer mehr um sich, der von diesen markanten, zudem im Mittelalter mit gewaltigen Burgen gekrönten Erhebungen nur dürftige Reste übrig ließ. Nachdem der Kieler Geologe Hippolyt Haas 1912 erfolglos die Erhaltung des Segeberger Kalkbergs angemahnt hatte, wurde der immer mehr um sich greifenden Zerstörung des Naturdenkmals erst in den 20er Jahren endlich Einhalt geboten. 1913 wurde beim Steinbruchbetrieb die Kalkberghöhle entdeckt, für die Karl Gripp dann die weitgehend bis heute gültigen Vorstellungen der Gipshöhlenbildung entwickelte. 1937 wurde der stillgelegte Steinbruch zur „Nordmark-Feierstätte“ ausgebaut, die heute mit zusätzlichen Pappkulissen als Freilichtbühne für die Karl-May-Festspiele genutzt wird. In Lüneburg war es 1923 Baurat Eduard Schlöbcke, dem die Rettung des verbliebenen Kalkbergs zu danken ist. Daniel Freses Bild mit dem Gipsmeiler zeigt den Berg noch in alter Größe mit der krönenden Festung (1592). | |
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